Wer einen Online-Kauf oder einen außerhalb von Geschäftsräumen abgeschlossenen Vertrag rückgängig machen möchte, kann dies innerhalb der gesetzlichen Widerrufsfrist tun – ohne Angabe von Gründen. Damit der Widerruf nachweisbar und eindeutig erklärt wird, sollte er schriftlich erfolgen, auch wenn manche Anbieter zusätzliche Wege wie ein Online-Formular anbieten. Die Vorlage auf dieser Seite hilft dabei, ein klar formuliertes Widerrufsschreiben zu erstellen, das alle wichtigen Angaben enthält, die ein Anbieter benötigt, um den Widerruf zweifelsfrei zuordnen zu können. So vermeiden Sie unnötige Rückfragen und sorgen dafür, dass Ihr Widerruf fristgerecht und vollständig dokumentiert bei der richtigen Stelle ankommt.
Was gehört in ein Widerrufsschreiben? Die wichtigsten Angaben
| Feld | Erklärung |
|---|---|
| Name und Anschrift des Verbrauchers | Vollständiger Name und Adresse der Person, die den Widerruf erklärt. |
| Name und Anschrift des Anbieters | Firma bzw. Verkäufer, an den das Widerrufsschreiben gerichtet wird, inklusive korrekter Postanschrift oder E-Mail-Adresse. |
| Bestell- bzw. Vertragsdaten | Bestellnummer, Rechnungsnummer oder Vertragsnummer, damit der Vorgang eindeutig zugeordnet werden kann. |
| Bestell- und Lieferdatum | Datum der Bestellung sowie Datum des Erhalts der Ware bzw. Beginns der Dienstleistung – relevant für die Berechnung der Frist. |
| Bezeichnung der Ware oder Leistung | Kurze, eindeutige Beschreibung des betroffenen Produkts oder der Dienstleistung. |
| Erklärung des Widerrufs | Eindeutiger Satz, der klarstellt, dass der Vertrag widerrufen wird – ohne Begründungspflicht. |
| Bankverbindung für die Rückerstattung | Optionale Angabe, falls eine Rückzahlung auf ein bestimmtes Konto erfolgen soll. |
| Ort, Datum und Unterschrift | Ausstellungsort und -datum sowie Unterschrift, sofern das Schreiben postalisch versendet wird. |
So nutzen Sie die Vorlage
Laden Sie die Vorlage herunter und ergänzen Sie zunächst Ihre eigenen Kontaktdaten sowie die Angaben zum Anbieter. Prüfen Sie anschließend in Ihrer Bestellbestätigung oder Rechnung, welche Bestell- oder Vertragsnummer angegeben ist, und übernehmen Sie diese vollständig – so kann der Anbieter Ihren Widerruf ohne Verzögerung zuordnen. Formulieren Sie den eigentlichen Widerruf kurz und eindeutig, etwa mit einem Satz wie „Hiermit widerrufe ich den mit Ihnen abgeschlossenen Vertrag über den Kauf der folgenden Ware". Eine Begründung ist bei einem fristgerechten Widerruf nicht erforderlich.
Achten Sie unbedingt darauf, das Schreiben innerhalb der gesetzlichen Widerrufsfrist zu versenden. Wie lange diese Frist im Einzelfall dauert und ab wann sie zu laufen beginnt, hängt von der Art des Vertrags ab und wird Ihnen vom jeweiligen Anbieter im Rahmen der Widerrufsbelehrung mitgeteilt – prüfen Sie diese Angaben in Ihren Vertragsunterlagen oder der Bestellbestätigung, bevor Sie das Schreiben abschicken. Versenden Sie den Widerruf möglichst so, dass Sie den Versand nachweisen können, etwa per E-Mail mit Lesebestätigung, per Fax mit Sendebericht oder als Einschreiben. Bewahren Sie eine Kopie des Schreibens sowie den Versandnachweis auf, bis die Rückabwicklung – also Rücksendung der Ware und Rückerstattung des Kaufpreises – vollständig abgeschlossen ist.
Sollte der Anbieter Ihren Widerruf zurückweisen oder auf Rückfragen nicht reagieren, kann es sinnvoll sein, sich zusätzlich schriftlich zu beschweren und im Zweifel eine Verbraucherzentrale oder eine Rechtsberatung hinzuzuziehen, insbesondere bei höherwertigen Verträgen oder wiederholten Problemen mit demselben Anbieter.
Denken Sie auch daran, bei Waren, die bereits versendet oder ausgeliefert wurden, die Rücksendemodalitäten des Anbieters zu beachten, etwa wer die Rücksendekosten trägt und in welchem Zustand die Ware zurückzusenden ist. Nutzen Sie nach Möglichkeit einen Versanddienst mit Sendungsverfolgung, damit auch die Rücksendung selbst im Streitfall nachgewiesen werden kann. Notieren Sie sich außerdem das Datum, an dem Sie das Widerrufsschreiben abgeschickt haben, da für die Fristwahrung in der Regel der Zeitpunkt der Absendung und nicht der Zugang beim Anbieter entscheidend ist.
Häufig gestellte Fragen
Muss ich meinen Widerruf begründen?
Nein, ein fristgerechter Widerruf muss grundsätzlich nicht begründet werden. Es genügt die eindeutige Erklärung, dass Sie vom Vertrag zurücktreten möchten.
Wie lange habe ich Zeit für den Widerruf?
Die Länge der Widerrufsfrist hängt vom jeweiligen Vertrag ab und wird Ihnen vom Anbieter in der Widerrufsbelehrung mitgeteilt, die Sie in der Regel bei Vertragsschluss oder mit der Ware erhalten. Prüfen Sie diese Unterlagen sorgfältig, um die Frist nicht zu versäumen.
Reicht eine E-Mail für den Widerruf aus?
In vielen Fällen ist eine E-Mail als Widerrufserklärung ausreichend, sofern der Anbieter keine strengeren Anforderungen stellt. Achten Sie darauf, eine Bestätigung des Erhalts anzufordern oder den Versand anderweitig nachweisen zu können.
Was passiert nach dem Widerruf mit meinem Geld?
Nach einem wirksamen Widerruf hat der Anbieter den bereits gezahlten Betrag zu erstatten. Bewahren Sie alle Unterlagen zum Widerruf auf und setzen Sie dem Anbieter im Zweifel schriftlich eine angemessene Frist, falls die Rückzahlung ausbleibt.
Kann ich auch nach Ablauf der Frist noch widerrufen?
Nach Ablauf der Frist ist ein Widerruf in der Regel nicht mehr ohne Weiteres möglich. In bestimmten Konstellationen, etwa bei fehlerhafter oder fehlender Widerrufsbelehrung durch den Anbieter, können sich abweichende Fristen ergeben – lassen Sie sich in solchen Fällen von einer Verbraucherzentrale oder einer Rechtsanwältin bzw. einem Rechtsanwalt beraten, statt sich allein auf eine Einschätzung von außen zu verlassen.
Gilt das Widerrufsrecht für jeden Kauf?
Nicht jeder Vertrag unterliegt einem Widerrufsrecht, und es gibt Ausnahmen, etwa bei bestimmten individuell angefertigten Waren oder schnell verderblichen Produkten. Informieren Sie sich im Zweifel direkt beim Anbieter oder bei einer Verbraucherzentrale, ob und in welchem Umfang für Ihren konkreten Vertrag ein Widerrufsrecht besteht.